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Es gibt zwei Sorten Menschen beim Schrottwichteln: die einen packen zwei Tage vorher eine halbleere Duschgelflasche ein und hoffen, dass es keiner merkt. Die anderen legen im September los und ernten im Dezember dieses eine Lachen, das noch im Februar zitiert wird. Dieser Artikel macht dich zur zweiten Sorte – mit 25 Geschenkideen und den Regeln, die keiner mehr richtig zusammenbekommt.
Kurz gesagt
- Beim Schrottwichteln geht es nicht um Nutzen, sondern um die Reaktion beim Auspacken.
- Übliches Budget: 5 bis 15 Euro. Alles darüber killt den Witz, alles darunter wirkt lieblos.
- Die beste Kategorie sind Geschenke mit Ansage: absurd, aber persönlich auf die Person gemünzt.
- Im Büro gilt: nichts, was jemanden bloßstellt. Frech ja, fies nein.
Was ist Schrottwichteln eigentlich?
Schrottwichteln ist eine Variante des Wichtelns, bei der bewusst unsinnige, hässliche oder komplett nutzlose Geschenke verschenkt werden. Jede Person bringt ein verpacktes Päckchen mit, die Zuteilung passiert per Zufall – meist durch Würfeln oder Ziehen. Ziel ist nicht der Nutzen, sondern der Lacher beim Auspacken.
Das Schöne daran: Es gibt keinen Erwartungsdruck. Niemand muss raten, ob die Kollegin lieber Rotwein oder Weißwein trinkt. Es reicht, wenn das Ding beim Öffnen für drei Sekunden Fassungslosigkeit sorgt. Genau deshalb sind Schrottwichtel-Runden fast immer der beste Teil einer Weihnachtsfeier.
Die Schrottwichteln-Regeln in 5 Schritten
Es gibt keine amtliche Schrottwichtel-Ordnung, aber diese fünf Schritte sind der Ablauf, auf den sich die meisten Runden einigen. Legt sie vorher fest – Diskussionen über Regeln mitten im Spiel sind der schnellste Weg, die Stimmung zu killen.
Fünf bis fünfzehn Euro sind der Klassiker. Schreibt die Zahl in die Einladung, sonst steht am Ende ein 40-Euro-Geschenk neben einer gebrauchten Kerze.
Neutral einpacken, kein Name drauf. Wer sein Geschenk an der Verpackung erkennbar macht, hat das Spiel nicht verstanden.
Die Würfel-Variante: Reihum wird gewürfelt, bei einer Sechs darf man sich ein Päckchen vom Stapel nehmen. Läuft, bis alle Pakete weg sind. Alternativ zieht jeder blind eine Nummer.
Stellt einen Timer auf drei bis fünf Minuten. Solange darf weiter gewürfelt und dabei auch Pakete anderer geklaut werden. Klingt gemein, sorgt aber für den Großteil des Geschreis.
Auf drei reißen alle das Papier auf. So bekommt jede Reaktion ihr Publikum – und niemand kann sich still ärgern, während die anderen zuschauen.
Die Abkürzung: ein Shirt, das genau auf die Person passt
Wenn du keine Lust auf Klobürsten-Roulette hast: Ein Shirt mit dem richtigen Spruch ist das seltene Schrottwichtel-Geschenk, das gleichzeitig lustig ist und danach wirklich getragen wird. Die vier hier sind unsere meistverschenkten aus der Kategorie Deutsche Memes.
25 Schrottwichtel-Geschenke, die wirklich zünden
Sortiert nach Wirkungsprinzip. Die letzte Gruppe ist die stärkste – weil sie persönlich wird.
Alltagsdinge, absichtlich falsch verstanden
- Eine einzelne Socke. Mit dem Zettel: „Die zweite kommt nächstes Jahr."
- Ein Kartoffelschäler mit Namensgravur. Absurd hochwertig für ein absurd banales Objekt.
- Eine Klobürste in Gold-Optik. Der Dauerbrenner, weil sie tatsächlich benutzt wird.
- Ein Toaster-Aufsatz, der Muster ins Brot brennt. Nutzlos genug, um witzig zu sein, nützlich genug, um zu bleiben.
- Ein Regenschirm für zwei Personen. Besonders gut für Singles in der Runde – aber nur, wenn sie da drüber lachen können.
- Eine Badeente mit Sonnenbrille. Landet garantiert auf irgendeinem Schreibtisch.
Komplett nutzlos, trotzdem emotional
- Ein gerahmtes Foto von dir. Nicht von der beschenkten Person. Von dir.
- Eine laminierte Urkunde. „Schlechtester Einparker der Abteilung" – selbst gestaltet, kostet zwei Euro.
- Ein 12-Teile-Puzzle für Erwachsene. Inklusive Altersempfehlung ab 36 Monaten.
- Ein Kalender, der nur Montage zeigt. Zwölf Blätter reines Leid.
- Ein Adventskalender – geschenkt im Januar. Timing ist alles.
- Ein Fachbuch über ein Hobby, das die Person nicht hat. Angeln für Menschen, die Wasser meiden.
- Ein Plüschtier in Form eines Darmbakteriums. Gibt es wirklich, verstört zuverlässig.
Essbar und trinkbar
- Die schärfste Sauce, die der Supermarkt hergibt. Bitte mit Warnhinweis, nicht mit Mutprobe.
- Eine Riesenpackung Salzlakritz. Polarisiert die Runde zuverlässig in zwei Lager.
- Ein Glas eingelegte Gurken in Übergröße. Niemand weiß, warum. Alle finden es gut.
- Sechs Flaschen „Bier aus der Region“ – aus einer Region 700 Kilometer weiter.
- Eine Fischkonserve mit unaussprechlichem Namen. Nur öffnen, wenn ein Fenster in der Nähe ist.
Geschenke mit Ansage – die stärkste Kategorie
Hier kippt der Schrott ins Persönliche. Diese Geschenke funktionieren, weil sie eine bekannte Eigenart der Person aufgreifen – liebevoll, nicht bloßstellend.
- Ein Shirt mit dem Spruch, der zu ihr passt. Der Kollege, der jeden Morgen über die Bahn flucht, bekommt ein ÖPNV-Shirt. Sitzt sofort.
- Eine Tasse mit Spruch fürs Büro. Wird täglich benutzt und erinnert täglich an dich.
- Socken mit einem Print, der zum Job passt.
- Ein Mini-Basketballkorb für den Papierkorb. Für alle, die im Meeting sowieso schon Papier knüllen.
- Ein Türstopper in Katzenform. Für die Person mit sechs Katzenfotos im Chat.
- Eine Powerbank in Form von etwas völlig Unpassendem. Nützlich getarnt als Blödsinn.
- Ein Gutschein für eine echte Gegenleistung. „Einmal Auto waschen“ oder „einmal für dich beim Kunden anrufen“ – der heimliche Gewinner jeder Runde.
Pro-Tipp: Leg einen kleinen Zettel mit einem Satz dazu. Der Gag entsteht selten am Objekt allein, sondern an der Erklärung, die jemand vorlesen muss.
Schrottwichteln auf der Arbeit: was geht und was nicht
Im Büro gilt eine einfache Regel: Der Witz darf niemanden zum Gespött machen. Alles, was Aussehen, Gehalt, Beziehungsstatus, Herkunft oder Leistung der Person zum Thema macht, fällt raus – auch wenn es „doch nur Spaß“ ist. Ziel ist, dass die beschenkte Person mitlacht, nicht rot anläuft.
Sicher funktionieren dagegen geteilte Erfahrungen: der ewig defekte Kaffeeautomat, das Meeting, das eine E-Mail hätte sein können, der Drucker im dritten Stock. Wenn du an dieser Stelle Nachschub brauchst, findest du in unserer Sammlung Sprüche über den Chef jede Menge Vorlagen für Karten und Zettel.
Schrottwichteln für 10 Euro: die beste Preisklasse
Zehn Euro sind der Sweet Spot. Darunter landest du fast automatisch bei Ramsch, der nach zwei Tagen im Müll ist. Darüber wird es ernst, und plötzlich fühlt sich jemand schlecht, weil sein Beitrag „nur“ eine Klobürste war.
In dieser Klasse funktionieren Shirts und Tassen besonders gut, weil sie den seltenen Doppeleffekt schaffen: erst der Lacher, dann monatelange Nutzung. Eine kleine Auswahl aus unseren Bestsellern:
Häufige Fragen zum Schrottwichteln
Was schenkt man beim Schrottwichteln?
Alles, was beim Auspacken für eine Reaktion sorgt: absurde Alltagsgegenstände, nutzlose Gadgets, polarisierende Lebensmittel oder ein Shirt mit einem Spruch, der genau auf die Person gemünzt ist. Wichtig ist nicht der Wert, sondern der Überraschungsmoment.
Wie viel darf ein Schrottwichtel-Geschenk kosten?
Üblich sind fünf bis fünfzehn Euro, zehn Euro sind der häufigste Kompromiss. Legt das Budget vorher schriftlich fest und haltet euch dran, sonst entsteht Ungleichgewicht in der Runde.
Wie funktionieren die Regeln mit dem Würfeln?
Reihum wird gewürfelt. Wer eine Sechs würfelt, darf sich ein Paket vom Stapel nehmen. Sind alle Pakete verteilt, startet eine zweite Runde mit Timer: Jetzt darf bei einer Sechs auch anderen ein Paket weggenommen werden. Wenn der Timer klingelt, gehört jedem, was er gerade hält.
Was ist der Unterschied zwischen Wichteln und Schrottwichteln?
Beim klassischen Wichteln schenkst du etwas, das die Person wirklich mag. Beim Schrottwichteln ist das Gegenteil das Ziel: bewusst unsinnige oder hässliche Geschenke, über die die ganze Runde lachen kann.
Ab wie vielen Leuten lohnt sich Schrottwichteln?
Ab etwa fünf Personen wird es richtig gut, weil dann genug Pakete für die Klau-Runde im Umlauf sind. Bei mehr als fünfzehn Leuten teilt ihr besser in zwei Gruppen, sonst dauert das Verteilen länger als die Feier.
Fazit
Schrottwichteln lebt von der Reaktion, nicht vom Preisschild. Leg das Budget früh fest, pack neutral ein und such etwas aus, das eine bekannte Eigenart der Person aufgreift – liebevoll, nicht bloßstellend. Und wenn du das seltene Kunststück schaffst, dass dein Geschenk erst Lachen auslöst und danach trotzdem benutzt wird, hast du gewonnen.
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